Gaygusuz gegen Österreich

In den 1990er-Jahren erkämpften Migrant_innen in Österreich wichtige ökonomische, soziale und politische Rechte. Gaygusuz gegen Österreich erinnert an diese erfolgreichen Auseinandersetzungen und holt die Geschichte der „Gastarbeiter_innen“ auf die Bühne.

Am 15. Mai 1964 unterzeichnete die österreichische Regierung ein Anwerbeabkommen mit der Türkei, um den akuten Mangel an Arbeitskräften zu beheben. 1966 folgte das Abkommen mit der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Dies war der Beginn der Gastarbeiter_innen-Ära, die zu einer nachhaltigen Immigration von Südosteuropa nach Österreich führte.

Schon Anfang der 1970er versuchten Kampagnen (wie etwa das berühmte Plakat "I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric, warum sogns' zu dir Tschusch?"), dem wachsenden ausländerfeindlichen Klima in Österreich gegenzusteuern. Währenddessen versuchte die Regierung, mit restriktiven gesetzlichen Maßnahmen den Spagat zwischen dem Arbeitskräftedefizit und den Ressentiments der einheimischen Bevölkerung zu schaffen. Bis in die 1980er-Jahre waren hierzulande Arbeitsmigrant_innen in ihren ökonomischen, sozialen und politischen Rechten stark eingeschränkt. Erst in den 1990ern wurden ihnen bestimmte Ansprüche zugestanden bzw. wurden diese von ihnen erkämpft.

Gaygusuz gegen Österreich holt diese historischen Auseinandersetzungen um soziale und politische Rechte in den Theaterraum des Wiener Schauspielhauses: etwa den aufsehenerregenden Gang des ehemaligen Gastarbeiters Cevat Gaygusuz zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zwecks Gewährung der Notstandshilfe, die Aktionen von migrantischen Selbstorganisationen zur Erlangung des passiven Wahlrechts bei Betriebsratswahlen oder die Kämpfe von Landarbeiter_innen um eine gerechte Entlohnung. Live vorgetragene Erfahrungsberichte, Interviews mit Protagonist_innen und dokumentarische Materialien bilden dabei den Rahmen eines Theaterabends, an dem sich die Besucher_innen als Mitdiskutant_innen beteiligen können.

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