Wiener Linie Bau

Tomash Schoiswohl

© Juri Schaden

Über eine verdrängte Grenze

Die Grenze, die der Wiener Linienwall einst in die Stadt einschrieb, existiert heute zum Teil als Verkehrsbauwerk weiter. Aber wo verlaufen die neuen Grenzen in der Stadt? Die Ausstellung WIENER LINIEN BAU prüft, welche Linien Wall und Verkehrsbetriebe durch Wien ziehen: verbindende oder trennende?

Von Sankt Marx bis in die Spittelau zog der Wiener Linienwall (1704–1894) eine Grenze durch Wien. Freier Fluss war nur dem Kapital gewährt. Das fließt heute auch mit den U-Bahnen der Wiener Linien mit: Wo die U2 in Planung ist, investiert man gern in Grund und Boden. Der Linienwall wurde den Städter_innen als Schutzbau verkauft. Wen hat er geschützt? Eigentum und Steuersystem. Die Hausordnung der Wiener Linien hingegen schützt uns vor uns selbst: Wir trinken keinen Alkohol, betteln nicht und tragen keine spitzen Gegenstände herum – wer nicht ins Bild passt oder kein Geld für den Fahrschein hat, wird ausgeschlossen. Aber wer schützt vor Übergriffen und rassistischer Diskriminierung? Wieso wird kein Kampagnen-Schutzwall für beschimpfungsfreies U-Bahn-Fahren gebaut?

In der Spittelau, am Gelände der ehemaligen Wirtschaftsuniversität (WU), untersucht das von Tomash Schoiswohl konzipierte Projekt WIENER LINIEN BAU in einer Ausstellung die Überschneidungen der historischen Linien mit den Wiener Verkehrslinien. Anders als der Befestigungswall soll die neue U-Bahn-Linie Menschen und Stadtteile verbinden, eine Bürgerinitiative rund um den Matzleinsdorfer Platz befürchtet jedoch: Ganz wie einst der Wall könnte die U2 den 10. und den 5. Bezirk mehr trennen als verbinden. Mehr dazu bei den Stadtspaziergängen von WIENER LINIEN BAU, auf denen nicht nur die Reste des Walls, sondern auch Widerstandsformen gegen Enteignung und Inwertsetzung früher und heute erkundet werden.

KÜNSTLERISCHE GESAMTLEITUNG:

Tomash Schoiswohl

AUSSTELLUNGSKONZEPTION, ERZÄHLERIN:

Welile K. Giorgi

AUSSTELLUNGSENTWICKLUNG:

Juliana dos Santos

PRODUKTION:

Julia Mitterbauer, Matthias Schoiswohl

KAMERA, FILM UND PRODUKTION:

Juri Schaden

AUFBAU:

Johann Schoiswohl

STADTSPAZIERGANG:

Anton Tantner

PRODUKTION:

WIENWOCHE

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